Die Baskenmütze - Wie sie zu ihrem Namen kam und zum patriotischen Symbol wurde

Die Baskenmütze ist eine deckelartige runde Mütze aus Wolle oder Filz mit einem kurzen Stummel oder kleinen Bommel in der Mitte, die in den Ländern Skandinaviens oder auf niederländischem Gebiet auch Alpino genannt wird. Ihr wird eine Verwandtschaft mit dem im Militär vielfach getragenen Barret nachgesagt, jedoch wird sie im Gegensatz dazu so gut wie ausschließlich von Zivilpersonen getragen. Lediglich im Baskenland selbst und im angrenzenden Navarra tragen die Mitglieder der so genannten autonomen Polizei traditionell rote Baskenmützen auf ihrem Kopf. Diese Tradition knüpft an die besondere Bedeutung der roten Baskenmütze im 19. Jahrhundert an. Während der so genannten Karlistenkriege hatte die Mütze den navarresischen Bataillonen als Erkennungszeichen gedient und wurde darum auch später bei den Polizeikräften des Landstrichs in roter und bei der zivilen Bevölkerung in blauer oder schwarzer Version zu einem Zeichen des Patriotismus. Die ursprüngliche Form war die der traditionellen Hirtenmütze der Schäfer im gesamten Südwesten Frankreichs sowie in der Gascogne und im Baskenland. Später wurde sie auch von Handwerkern oder Vertretern anderer Berufsstände getragen.

Von Missverständnissen und roten Erkennungszeichen

Ihren Namen "Baskenmütze" verdankt sie einem Irrtum des französischen Kaisers Napoleon III. Dieser hielt sich gemeinsam mit seiner Gattin zum Ausspannen gerne im Baskenland auf. Dort begegneten ihm stets viele verschiedene Menschen, welche die aus seiner Sicht auffällige Kopfbedeckung trugen. Weil er glaubte, diese Mützen seinen lediglich typisch für das Baskenland, gab er ihnen den Namen béret basque, was übersetzt Baskenmütze heißt. Tatsächlich waren Baskenmützen jedoch im gesamten Béarn, dem Südwesten der französischen Republik und in den angrenzenden nordspanischen Provinzen als Kopfbedeckung verbreitet. Später weitete sich der Verbreitung dieser charakteristischen Mützen weit über die Grenzen Frankreichs und Spaniens hinaus bis hin nach Südamerika aus. Dort tragen viele Gauchos bis heute Baskenmützen in einer besonderen Fassung aus Baumwolle als Schutz gegen die Sonne. Bereits seit dem 19. Jahrhundert wird die Baskenmütze in ihrer traditionellen Form aus Wolle oder Filz in verschiedenen Fabriken rund um den französischen Ort Oloron und den spanischen Ort Tolosa hergestellt. Sie zeichnet sich aus durch

  • ihre praktisch unverwüstliche Beschaffenheit;
  • ihre gleichfalls wärmenden und vor der Witterung schützenden Materialien;
  • ihre praktische Formgebung, die sich zum Kleinfalten und in einer Tasche verstauen eignet;
  • sowie durch ihre auch von vielen Intellektuellen geschätzte schicke und gleichzeitig leger wirkende Erscheinungsweise.
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